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Das Buch "Change - Wendepunkte im Beruf erfolgreich gestalten"

 

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Wir alle erleben immer wieder Situationen, die uns vor eine besondere Herausforderung stellen. Der Verlust des Jobs ist eine solche. Manchmal passiert es schleichend, manchmal kommt es wie ein Paukenschlag, aber die Empfindung ist fast immer eine existenzbedrohende. Nicht mehr gebraucht zu werden, seine Familie nicht mehr unterhalten, seine finanziellen Verpflichtungen nicht mehr erfüllen zu können, solche Gedanken verdichten sich in diesen Momenten zu einem einzigen: Wie soll es weitergehen?
Das Buch "Change - Wendepunkte im Beruf erfolgreich gestalten" will Mut machen, auch in diesen dunklen Stunden den Silberstreif am Horizont zu sehen, zu erkennen, dass man nicht chancenlos ist, so sehr die augenblickliche Situation sich auch so anfühlen mag.

 

 

Endrunde
 
„Heute ist perfektes Wetter“, sagte mein Freund, und ich nickte zustimmend. Wir hatten uns auf eine Runde Golf verabredet und standen am Abschlag, als ein sportlicher Mann Mitte vierzig auf uns zukam, groß, schlank, eine schicke Sonnenbrille auf der Nase und nach neuester Golfmode gekleidet. „Ich bin alleine hier, darf ich mich anschließen?“ fragte er uns. Mein Freund und ich schauten uns kurz an, nickten fast gleichzeitig und luden ihn in unseren Flight ein. Wir stellten uns kurz vor. Dann schlugen wir nacheinander ab. Man sah sofort, dass er ein guter Golfer war. Das bestätigte sich auch bei den nächsten Löchern. Wie üblich duzten wir uns und kamen ins Gespräch. Jeder erzählte so, was er machte. Als Peter hörte, dass ich als Coach arbeite und vor allem Manager intensiv betreue, wurde er hellhörig und meinte nur: „Darüber sollten wir nach unserer Runde miteinander sprechen“. Ich sah ihn an, sagte: „Ja, sehr gerne“. Dann konzentrierten wir uns wieder auf unser Spiel mit dem kleinen weißen Ball, denn jeder Golfer weiß, wie schnell auch eine kleine Ablenkung bestraft wird. Mein Freund verabschiedete sich nach unserer Runde direkt, denn er musste zu einem Termin. Peter und ich setzten uns auf die Terrasse des Clubhauses, genossen die Sonne und unseren Cappuccino. Dann fing Peter an zu erzählen. Im Moment habe er viel Zeit, und die investiere er jetzt mal in die Verbesserung seines Handicaps. Der letzte Job sei sehr stressig gewesen. Man sei zwar friedlich auseinandergegangen, aber die Auffassungen über die Zukunft seien doch sehr unterschiedlich. „Das kann ich verstehen“, meinte ich, „und es passiert doch häufiger als man denkt“. Das schien ihn etwas zu beruhigen. „Was meinst du“, fragte er mich, „habe ich mit meinen Mitte vierzig im Marketing überhaupt noch eine Chance?“ „Warum nicht? Was ich gehört habe klingt nach viel Erfahrung auf ganz unterschiedlichen Feldern. Da gibt es bestimmt eine interessante neue Aufgabe für dich“. Er sah mich fragend an. „Und wie kommt man da dran? Ich habe mich seit einer halben Ewigkeit nicht mehr beworben“. Ich lächelte und erklärte kurz, wie wir mit einer solchen Situation umgehen, welcher Prozess dahintersteht und wie ich ihn begleiten könnte. Sein Gesicht hellte sich auf. Das schien ihm zu gefallen: „Das klingt wirklich interessant“. „OK, sagte ich, dann komm diese Woche in mein Büro, dann können wir alles Weitere besprechen“. Er nickte, und wir machten einen Termin aus. Als wir uns in meinem Büro trafen, hatte er schon alles vorbereitet. Seinen in die Jahre gekommenen Lebenslauf ebenso mitgebracht wie all seine Zeugnisse. Ich sah diese durch und fragte ihn: “ Hast du keine Weiterbildung in den ganzen Jahren gemacht?“ Er sah mich erstaunt an. „Braucht man das auch? Vieles war konzernintern. Da müsste ich mal Personal fragen, ob es da noch etwas gibt. Warum ist das wichtig? Ich habe doch meinen Uniabschluss“. „Das reicht aber nicht“, erwiderte ich, „heute wird erwartet, dass man sich ständig weiterbildet. Und deine Konkurrenz sind Leute ab 35. Die sprechen drei Sprachen, haben zwei Abschlüsse und waren mindestens einmal für längere Zeit im Ausland“. Es dauerte ein bisschen, bis er den Kern der Aussage für sich realisiert hatte. Er schaute mich an und sagte: „Ok, ist angekommen, ich frage nach. Und wie gehen wir die Sache jetzt an?“ Mir fiel spontan ein guter Vergleich ein. „Es ist wie beim Golf spielen. Man braucht eine gute Vorbereitung, ein paar Übungsschläge auf der Driving Ranch, und dann geht es auf den Platz. Je besser der erste Abschlag, desto besser die Position für die nächsten Schläge. Und für die Annäherung an das Ziel braucht man je nach Entfernung den richtigen Schläger. Aber das alles hilft nichts, wenn man es auf dem Grün vermasselt. Auch da gilt der alte Golferspruch: ‚Driving for the show, money for the putting‘ im wahrsten Sinne des Wortes. „Na, dann mach‘ mal aus dem Golfer einen brauchbaren Bewerber“, sagte er lachend. Der Vergleich hatte ihm gefallen, und wir starteten unseren Coaching-Prozess. Aus der Biografie ergab sich das Bild eines begeisterungsfähigen Menschen, der trotzdem sehr ausgeglichen sein konnte. Mit seiner hohen Flexibilität war er in der Lage, sich auf schnell ändernde Situationen einzustellen. Mit seiner Kreativität fand er schnell neue Lösungen, und er konnte, wie sich an einigen Beispielen gezeigt hatte, sehr gut auch mit schwierigen Menschen umgehen. Natürlich gab es Grenzen. Das hatte ja letztlich auch zur Trennung geführt. In der Zielfindung hatten wir herausgearbeitet, dass er nicht länger im Konzern arbeiten wollte, auch wenn das möglicherweise bedeuten könnte, nicht mehr international unterwegs zu sein. Das brauche er nicht mehr unbedingt, hatte er gesagt. Gut aufgestellt mit frischen und aussagekräftigen Unterlagen ging es nach drei Wochen an den Markt. Der erste Abschlag gelang sehr gut und bot eine Vielzahl von Chancen, das Ziel anzusteuern. Nach weiteren drei Wochen hatten sich vier Möglichkeiten verdichtet. Eine davon schien besonders interessant zu sein, denn diese kam seinen Vorstellungen am meisten entgegen. Und tatsächlich bekam er von dort sehr bald die Einladung zu einem zweiten Gespräch, das wir gründlich vorbereiteten. Er meldete sich am selben Abend: „Denk dir, der Geschäftsführer war sehr angetan. Jetzt muss ich nur noch den Inhaber überzeugen. Aber dem kann ich doch nicht nochmal dasselbe erzählen, oder?“ „Nein, kannst du nicht“, erwiderte ich, „mir wird schon etwas einfallen. Komm morgen in mein Büro.“ Wir vereinbarten eine Uhrzeit, und er war wie immer fünf Minuten vor der Zeit da. Erwartungsvoll sah er mich an. Bevor ich meine Idee vorstellte, wollte ich von ihm wissen, wie das Gespräch gelaufen sei, über was sie gesprochen hatten und ob noch jemand im Rennen war. „Es gibt wohl noch einen Kandidaten, der über einen Kontakt zum Inhaber ins Gespräch kam“. Ich sah ihn an und meinte: „Das könnte gefährlich werden“. „Warum?“ Er sah mich fragend an. „Nun“, sagte ich, „eine solche Nähe ist manchmal entscheidend, aber ich habe ja eine Lösung“. „Nun rück schon raus damit“, sagte er ungeduldig. „Du bist doch Marketingmann“. Er nickte zustimmend. „Genau das werden wir nutzen. Nachdem, was du erzählt hast, ist es wichtig, dem Inhaber sehr schnell und markant aufzuzeigen, wer du bist, was du kannst, wie du den neuen Job angehen würdest und welche Assets du für die Firma mitbringst. Und das verpacken wir auf 10 Seiten in einer perfekten Präsentation unter Nutzung von Marketingtools, wie z. B. der Persona zu deiner Charakterisierung. Das üben wir vorher. Und nach dem Gespräch übergibst du beiden diese Unterlage. Jeder, der danach kommt, muss sich damit auseinandersetzen“. „Klingt gut, aber was mache ich, wenn der schon vor mir da war? „Keine Sorge,“ sagte ich, „es wirkt trotzdem. Ich glaube nicht, dass der andere sich so intensiv mit dem neuen Job beschäftigt hat.“ „Ok, dann versuchen wir es“. Wir bereiteten alles vor und übten mehrmals die Gesprächssituation. Dann kam sein großer Tag. Er war etwas nervös, und wir hatten verabredet, dass er mich danach anrief. Das Gespräch war für 14:00 Uhr Freitagnachmittag angesetzt. Ich rechnete mit seinem Anruf am späten Nachmittag. Erst nach zwanzig Uhr klingelte das Telefon. Er klang entspannt und freudig erregt zugleich: „Denk dir, es hat super funktioniert. Statt der geplanten anderthalb Stunden haben wir über vier Stunden am wenigsten über den Job geredet, sondern über die Möglichkeiten, die die Firma hat, was ich alles machen könnte, wo man zuerst ansetzen sollte. Es war eigentlich mehr ein Strategiemeeting. Und am Schluss hat mich der Geschäftsführer durch die Firma geführt und mir mein zukünftiges Büro gezeigt. Das war gute Arbeit, danke“. Ich freute mich und sagte nur: „Gut eingelocht. Wann spielen wir die nächste Runde?“

 
 
 
 

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