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Das Buch "Change - Wendepunkte im Beruf erfolgreich gestalten"

 

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Wir alle erleben immer wieder Situationen, die uns vor eine besondere Herausforderung stellen. Der Verlust des Jobs ist eine solche. Manchmal passiert es schleichend, manchmal kommt es wie ein Paukenschlag, aber die Empfindung ist fast immer eine existenzbedrohende. Nicht mehr gebraucht zu werden, seine Familie nicht mehr unterhalten, seine finanziellen Verpflichtungen nicht mehr erfüllen zu können, solche Gedanken verdichten sich in diesen Momenten zu einem einzigen: Wie soll es weitergehen?
Das Buch "Change - Wendepunkte im Beruf erfolgreich gestalten" will Mut machen, auch in diesen dunklen Stunden den Silberstreif am Horizont zu sehen, zu erkennen, dass man nicht chancenlos ist, so sehr die augenblickliche Situation sich auch so anfühlen mag.

 

 

Der Schritt zur Top-Führungskraft

Es war ein milder Herbsttag im September. Die Sonne schien ein wenig milchig durch den sich lichtenden Morgennebel. Wir saßen in meinem Büro mit Blick über die Stadt. Herr Wagner war zu mir gekommen, weil sein Job in Gefahr war. Man hatte ihm einen Aufhebungsvertrag vorgelegt, der aber noch nicht unterschrieben und zu Ende verhandelt war. Er war von schlanker Statur, schien Sport zu treiben. Seine wachen hellblauen
Augen musterten mich nervös. Ein unsicheres Lächeln umspielte seinen Mund. Seine elegante Kleidung signalisierte Statusbewusstsein. Seinen Lebenslauf hatte er mir vorab geschickt. Direkt nach dem Studium mit einem guten Abschluss in Wirtschaftswissenschaften hatte er in dem Unternehmen begonnen und in den letzten 10 Jahren eine gute Karriere gemacht. Heute, mit 43 Jahren, war er Marketingdirektor eines großen Unternehmens der Lebensmittelindustrie. Er nahm einen Schluck Kaffee, bevor er das Gespräch begann. „Danke, dass es mit dem Termin so schnell geklappt hat“. „Sehr gerne“, sagte ich, „Sie wollen ja keine Zeit verlieren“. „Das stimmt. Wie schon am Telefon gesagt, geht es mir darum, mit Ihnen die Situation zu besprechen und eine Idee zu entwickeln, wie es weitergehen könnte“. „Vielleicht erzählen Sie nochmals kurz, wie es zu der jetzigen Situation kam“. „Das ist schnell berichtet. Ich bin ja seit 10 Jahren im Unternehmen. Meine Mitarbeiter und Vorgesetzten schätzen mich und meine Arbeit. Das ist auch heute noch so. Aber ganz oben gab es einen Wechsel im Gesellschafterkreis und auch in der Unternehmensleitung. Dort ist man der Auffassung, dass wir zu wenig Gewinn machen. Und man glaubt, es brauche neue Gesichter, um neue Strategien umzusetzen. Und eines der Gesichter, das zum Austausch ansteht, bin ich. Mein direkter Chef sagt, das habe gar nichts mit meiner Person oder Qualifikation noch mit meiner Leistung zu tun. Hört sich gut an, hilft mir aber nicht weiter“. „Haben Sie schon für sich den Gedanken entwickelt, dass diese Situation auch eine Chance für Sie sein könnte?“ „Zwangsläufig ja. Ich weiß, 10 Jahre in einer Firma sind heute eine lange Zeit, aber es ging ja auch immer aufwärts. Nun, mit meiner Erfahrung und den vielen Kontakten werde ich sicherlich schnell etwas finden“. „Warum sind Sie dann hier?“ „Weil ich hoffe, dass Sie mir dabei helfen, das Richtige zu finden. Mit 43 ist die Zeit vorbei, etwas einfach nur mal auszuprobieren“. „Was könnte denn ein Ziel sein?“ „Ich möchte einfach den richtigen Karriereschritt machen. Mehr Verantwortung, mehr bewegen können. Und mein Kollege aus Personal hatte gemeint, dafür seien Sie genau der richtige“. „Das freut mich“, sagte ich und erklärte ihm unser Vorgehen im Coaching. Einiges davon hatte er bereits von Kollegen gehört, die heute alle wieder in guten Jobs waren. Und wir vereinbarten, dass das Coaching beginnen sollte, sobald der Aufhebungsvertrag unterschrieben war. Ich gab ihm noch ein paar Tipps, auf was er achten sollte, dann verabschiedeten wir uns. Vierzehn Tage später trafen wir uns wieder. Es war zwar noch nicht alles in trockenen Tüchern, aber Herr Wagner wollte keine Zeit verlieren und noch im Herbst an den Markt. Dieses Mal wirkte er entspannter, aber auch erwartungsvoll. Wir begannen mit der Biografiearbeit. Er erzählte, wie er aufgewachsen war, dass er der erste in der Familie gewesen war, der studiert hatte und sich dieses Studium fast komplett selbst finanziert hatte. Seine Eltern hätten das nicht gekonnt, aber ihn immer auf seinem Weg unterstützt. Während der Schulzeit hatte er häufig Verantwortung übernommen, als Klassensprecher, später sogar für ein Jahr als Schulsprecher. Zu Hause hatte er ein offenes und herzliches Miteinander erlebt, was nicht ausschloss, dass es auch ab und zu mal ordentliche Meinungsverschiedenheiten gab. Leistung, Disziplin, klare Linie, aber auch Vertrauen und Offenheit waren Werte, die er aus seiner Jugend in sein Erwachsenendasein mitgenommen hatte. Mit dieser Einstellung und diesen Werten hatte er auch seine erfolgreiche Karriere begonnen. In der Analyse des beruflichen Werdegangs zeigte sich dieses Muster auch in seinem Führungsverhalten. Wir sprachen sehr ausführlich darüber, und für ihn war es sehr spannend, sein Leben noch einmal auf eine ganze andere Art und Weise vor Augen geführt zu bekommen. Diese Art der Selbstreflektion machte es möglich, anders über Themen zu sprechen. In der sich anschließenden Zielfindung kamen wir zu dem Ergebnis, dass er gerne mehr Verantwortung in einem international tätigen Unternehmen übernehmen würde, nicht nur inhaltlich, sondern auch in der Führung. Aber würde er das glaubhaft in einem Bewerbungsgespräch mit seiner Vita vermitteln können? „Herr Wagner“, fragte ich ihn, „in welchen Arbeitskreisen waren Sie denn im Unternehmen bisher aktiv. Und wo haben Sie sonst noch aktiv und verantwortlich mitgewirkt?“ „Lassen Sie mich nachdenken, da war zum einen der Strategiekreis über die zukünftige Ausrichtung des Marketings auf die neue Produktpalette. Ich war Mitglied in mehreren Verbänden als Vertreter des Unternehmens. Ja, und dann war da noch der Innovationskreis Produktentwicklung, den wir von der Marketingseite her begleitet haben.“ „Das klingt schon mal gut. Wie sieht es mit Messen und Kongressen aus?“ „Oh, ich bin häufig auf Messen gewesen, auch im Ausland. Bei zwei internationalen Kongressen war ich sogar Key note speaker“ „Auch gut. Haben Sie auch publiziert?“ „Sie meinen, ein Buch geschrieben?“ „Nein, nicht unbedingt. Vielleicht Fachartikel oder Ähnliches“. „Ja, natürlich. Daran habe ich gar nicht mehr gedacht“. „Sehen Sie“, sagte ich, „Sie haben schon vieles an ‚indirekter Führung‘ gemacht, nur nicht bewusst. Was Ihnen noch fehlt, ist ein methodisches Vorgehen. Aber das können Sie lernen. Wenn wir diesen Punkt gut aufbereiten und Sie in der nächsten Zeit sich noch die nötigen methodischen Schritte und das Wissen darüber aneignen, werden Sie das Thema gut argumentieren können“. Er sah mich etwas überrascht an. „Glauben Sie, das funktioniert?“ „Warum nicht?“ Sie haben es ja schon gemacht. Es geht darum, dass es Ihnen bewusst ist, und dass Sie den Transfer argumentieren können. Man muss Ihnen zutrauen, dass Sie in der Lage sind, indirekt zu führen. Und da sind Beispiele wie die genannten durchaus überzeugend. Natürlich gehört dazu, dass Sie Ihren Einfluss belegen können“. „Ok, so habe ich das noch nicht gesehen“. Wir sammelten gute Beispiele, er las einschlägige Fachliteratur und besuchte auch Seminare zu diesem Thema. Erst als alles gut vorbereitet war, einschließlich des Lebenslaufes, gingen wir an den Markt. Wir machten unterschiedliche Erfahrungen mit Personalberatern, die in die Argumentation einflossen. Es vergingen einige Monate, in denen mein Kandidat immer mal wieder zweifelte. Aber wir hielten die Linie durch. Heute ist er Head of Marketing Sales international und jettet um die Welt.
 
Sie haben schon vieles an indirekter Führung gemacht, nur nicht bewusst.

 
 
 
 

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