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Das Buch "Change - Wendepunkte im Beruf erfolgreich gestalten"

 

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Wir alle erleben immer wieder Situationen, die uns vor eine besondere Herausforderung stellen. Der Verlust des Jobs ist eine solche. Manchmal passiert es schleichend, manchmal kommt es wie ein Paukenschlag, aber die Empfindung ist fast immer eine existenzbedrohende. Nicht mehr gebraucht zu werden, seine Familie nicht mehr unterhalten, seine finanziellen Verpflichtungen nicht mehr erfüllen zu können, solche Gedanken verdichten sich in diesen Momenten zu einem einzigen: Wie soll es weitergehen?
Das Buch "Change - Wendepunkte im Beruf erfolgreich gestalten" will Mut machen, auch in diesen dunklen Stunden den Silberstreif am Horizont zu sehen, zu erkennen, dass man nicht chancenlos ist, so sehr die augenblickliche Situation sich auch so anfühlen mag.

 

 

Vom heißen Stuhl in den Driver Seat

„Ich bin bisher immer gut mit allen zurechtgekommen, aber diesmal will es nicht so recht klappen“. Herr Kemper war ein sportlicher Mann, Anfang vierzig, leger gekleidet, dunkle Augen und schwarzes Haar mit leicht romanisch anmutenden Gesichtszügen. Wäre er nicht so groß gewesen, man hätte ihn leicht für einen Franzosen oder Italiener halten können. „Was klappt nicht“, fragte ich zurück. „Naja, meine Bewerbungen. Schon wieder Absagen in der letzten Woche. Ich hoffe, Sie können mir helfen“. „Davon gehe ich aus, aber ich sollte erst mal mehr über Sie wissen. Dann ist es leichter, Sie zu unterstützen“. „Ok, dann erzähle ich mal, was ich so bisher gemacht habe.“ Und dann begann er seine Geschichte zu erzählen. Er war ein klassischer Selfmademan. Nach der Banklehre hatte er schon früh im Nebenerwerb eine Spedition betrieben, war dann bald aus dem Bankdasein ausgestiegen und hatte begonnen, ERP-Systeme zu vermarkten. IT hatte ihn schon in seiner Lehrzeit interessiert, und so war er auf diesem Feld auch schnell erfolgreich. Durch seine jahrelangen Beratungen hatte er reichlich Know how über viele Branchen gesammelt. Das führte ihn schließlich in eine Geschäftsführerposition bei einem mittelständischen Unternehmen. Mehrere Jahre war er dort tätig. Aus seinen Erfahrungen im Markt entwickelte sich der Gedanke, eine Firma zu gründen, die sich speziell mit CRM-Systemen beschäftigte. Die Idee war, ein Branchen unabhängiges Modul programmieren zu lassen, das an jedes bestehende ERP-System angedockt werden konnte. Diesen Schritt hatte er vor anderthalb Jahren mit zwei weiteren Managern gemacht. Nun sah er, dass sich die Programmierung hinzog und die Branchenriesen dieses Feld immer besser abdeckten. Seine Mitgesellschafter sahen das zwar anders, aber er war sich sicher, dass das nicht mehr lange gut gehen würde.  „Da stehe ich jetzt, und habe selbst versucht, wieder eine ähnliche Position als Geschäftsführer zu bekommen, wie ich sie vor der Gründung der Gesellschaft hatte. Aber das scheint allein schwer zu sein. Und außerdem habe ich mich eigentlich noch nie richtig bewerben müssen. Ich glaube, meine letzte Bewerbung habe ich für die Banklehre geschrieben“. Er lachte. „Ja, lang, lang ist’s her. Wahrscheinlich habe ich ziemlich viel falsch gemacht und brauche mich über die Absagen nicht zu wundern. Und die Geschichte bei unserer neuen Firma hier wird mir langsam zu heiß. Wer weiß, ob wir in diesen Zeiten die nächste Finanzierungsrunde überstehen“. Ich überlegte. Banklehre, viel Erfahrung im Markt, kein Studium, jahrelang selbständig: Keine leichten Voraussetzungen für sein Ziel. Immerhin, er war schon mal Geschäftsführer gewesen. Das war schon eine Herausforderung. Ich sah ihn an. Klar, wir brauchten ein überzeugendes Profil, und wir mussten seine Hands-on-Mentalität stark herausstreichen. „Ich habe das Thema verstanden“, sagte ich, „es wird nicht einfach werden, aber ich denke, wir finden einen Weg“. „Ok, dann lassen Sie uns loslegen“. Wir begannen in den nächsten Tagen mit dem Coaching, erarbeiteten ein überzeugendes Profil, sehr fokussiert auf IT-Vertrieb und Mittelstand. Wir zeigten in seiner Leistungs- und Erfahrungsübersicht seine Erfolge und schmückten das Ganze mit aussagekräftigen Kundenreferenzen, die zugleich eine Ahnung von seinem Netzwerk vermittelten. Die Personalberater, mit denen er in Kontakt trat, waren sehr angetan. Schon wenige Wochen später war er in konkreten Bewerbungsgesprächen. Besonders interessant schien eine IT-Beratung zu sein. Hier wurde ein Nachfolger für den scheidenden Inhaber gesucht, der einen ähnlichen Lebensweg hinter sich hatte. Da spielte es keine Rolle, dass er nicht studiert hatte. Viel wichtiger war seinem Gesprächspartner, dass er das Business beherrschte und das auch nachweisen konnte. Trotzdem wollte er alles genau wissen. Und erst nach mehreren intensiven Gesprächen fiel die Entscheidung. Als wir uns seinen neuen Vertrag gemeinsam anschauten, fragte er mich ziemlich unvermittelt: „Können Sie mir helfen, wie ich mein Ausscheiden meinen Mitgesellschaftern am besten beibringe?“ „Natürlich, darüber können wir reden. Ahnen sie schon etwas? Wie sind denn die Bedingungen nach der Satzung?“ „Ich hatte schon mal angedeutet, dass ich es nicht mehr lange mitmachen werde. Und die anstehende zweite Finanzierungsrunde gibt mir die Möglichkeit, auszusteigen. Ich werde zwar einiges Geld verlieren, aber die neue Variante ist mir lieber“. „Gut“, sagte ich, „dann planen wir mal den Wechsel vom heißen Stuhl zurück in den Driver Seat“. Er nickte zufrieden und wir machten uns an die Arbeit.

 
 
 
 

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